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Die wirtschaftliche Entwicklung Italiens von 1995-2003

 

Der Wirtschaftsaufschwung, der 1993 eingesetzt hatte, kam 1996 zu einem aprupten Ende. 1995 lag das Wachstum des BIP noch bei 3%. 1993 war es auf 0,7% zurückgegangen, da die Inlandsnachfrage stagnierte.

Der private Verbrauch nahm nur geringfügig zu, da die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Stagnation der Reallöhne und Steuererhöhungen stark dämpfend wirkten. Aufgrund der Aufwertung der Lira ließ die Auslandsnachfrage nach, da die Exporte so verteuert wurden. Sogar der Staatsverbrauch ging zurück, da die Regierung versuchte das hohe Defizit des Staatshaushalts zu senken.

Trotzdem scheiterten aufgrund der schlechten politischen Lage auch 1996 alle Versuche die die Staatsfinanzen zu sanieren. Besonders die hohen Sozialausgaben waren schuld am Defizit des Staatshaushalts. Hohe Zweifel kamen auf, ob es gelingt die Stabilitätskriterien des Maastricht-Vertrags auch nur annähernd zu erreichen.

Der einzige Erfolg war bei der Inflationsrate sichtbar. 1995 lag sie noch bei 5,4% und ging 1996 auf 3,9% zurück.

Dagegen stieg die Arbeitslosigkeit 1996 auf 12,1% an. Hier sind die starken Disparitäten des Nord-Süd-Gefälles sehr stark zu erkennen. In der Poebene sank die Arbeitslosigkeit auf 6,5%, während sie in Süditalien auf 22% anstieg.


Viel besser sah es auch 1998 nicht aus. Das BIP erhöhte sich nur um 14,%, vor allem weil die Exportnachfrage stark nachließ. Ebenso wuchs auch die Binnennachfrage nur sehr langsam mit 2,6%. Die Reallöhne steigerten sich nur wenig und der Staat erhöhte seine Ausgaben nur sehr zurückhaltend.

Das Hauptziel der italienischen Wirtschaftspolitik war es, die Kriterien des Maastricht-Vertrages auch nur annähernd zu erfüllen, um an der Europäischen Währungsunion teilnehmen zu können.

So wurden die Staatsschulden erneut gesenkt (von 122,3 auf 118,7% des BIP) und die Inflationsrate blieb mit 1,7% recht niedrig.

Die Senkung der Arbeitslosigkeit scheiterte auch in diesem Jahr erneut. Die Arbeitslosenquote stieg auf 12,3%. Die politische Labilität durch ein stark zersplittertes Parteienwesen und die zunehmenden Nord-Süd-Disparitäten wirkten sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung aus.


Auch 1999 setzte sich die Konjunkturflaute der Vorjahre fort. Wieder erhöhte sich das Wirtschaftsergebnis nur um 1,4%, obwohl die Exporte zum Jahresende hin anstiegen.

Da die Reallöhne sich nur wenig steigerten und der Staat seine Ausgaben kaum erhöhten wuchs die Binnennachfrage mit weniger als 2% nur sehr verhalten. Dafür konnten durch diese Maßnahmen die Staatsschulden erneut gesenkt werden (von 119% auf 113% des BIP) und die Inflationsrate hielt sich mit 1,7% immer noch auf niedrigem Niveau.

Die Senkung der Arbeitslosenquote war wieder wenig erfolgreich, da der Zuwachs im Dienstleistungsbereich durch weiteren Stellenabbau weiter kompensiert wurde, wie auch schon im Jahr davor. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich nur leicht auf 11,4%.

Das Nord-Süd-Gefälle stellte auch im Jahr 1999 noch ein großes Problem dar.


Nachdem die BIP-Zunahme im Jahre 2000 auf 2,9% gestiegen war, betrug sie im Jahr 2001 nur noch 1,8%, da sich die Konjunkturschwäche bei den wichtigen Handelspartnern negativ auswirkten. Die Reallöhne stagnierten, was nach sich zog, dass der private Verbrauch nur noch um 1,3% stieg.

Die Inflationsrate war auf 2,7% gestiegen, was dazu beitrug, dass es zu keiner Zunahme der Kaufkraft kam.

Die Arbeitslosenquote blieb, trotz eines Rückgangs mit 9,5% immer noch recht hoch, was sich auch negativ auswirkte. Noch immer verloren die Landwirtschaft und das Baugewerbe Arbeitsplätze.

Laut der Wirtschaftsforschungsinstitute ist der Grund für das schlechte Wachstum die Struktur der italienischen Industrie, da diese auf älteren stagnierenden Branchen basiert. Zu wenig Hochtechnologie wird produziert.

Außerdem fehlen durchgreifende Strukturreformen beim Steuer- und Rentensystem, da vor allem die großzügigen Vorruhestandsregelungen zu wachsenden Defiziten der Rentenkasse führen.

Ein großes Problem bleiben nach wie vor die zunehmenden Entwicklungsunterschiede zwischen Nord- und Süditalien.


2002 verlief die Konjunkturentwicklung noch ungünstiger als im Vorjahr. Die BIP-Zunahme betrug nur noch 0,4%. Erneut wirkte sich die Konjunkturschwäche bei den wichtigen handelspartnern, wie Deutschland, das 14,5% der italienischen Exporte aufnimmt, bremsend aus.

Die Reallöhne stagnierten noch immer, weshalb der private Verbrauch auch nur noch um ca. 1% stieg. Die Inflationsrate, die inzwischen bei 2,6% lag wirkte sich negativ auf die Zunahme der Kaufkraft aus.

Die Arbeitslosenquote war zwar leicht zurückgegangen, trotzdem war sie mit 9% noch immer relativ hoch.

Noch immer verloren Landwirtschaft und Baugewerbe Arbeitsplätze, die kaum durch den Zuwachs des Dienstleistungssektors kompensiert werden konnten.

Der Fremdenverkehr, der in Italien mit 12% zum BIP beiträgt ging 2002 aufgrund der internationalen Konjunkturschwäche und der Unsicherheit wegen der Irakkrise zurück.


Auch 2003 verlief die Konjunkturentwicklung ungünstig. Die BIP-Zunahme betrug noch immer nur 0,4%. Noch immer waren die Konjunkturschwäche der wichtigen Handelspartner Deutschland und Frankreich der Grund dazu. Die Exporte gingen dadurch um 3,9% zurück. Auch der private Verbrauch war noch immer genauso schlecht wie 2002.

Die Inflationsrate war wieder auf 2,8% gestiegen.

Die Arbeitslosigkeit ging zwar leicht zurück, blieb mit 8,7% aber immer noch recht hoch. Auch 2003 setzte sich die jahrelange Abnahme der Beschäftigung in der Industrie weiter fort und die Landwirtschaft und das Baugewerbe verloren weitere Arbeitsplätze.

Es fehlt noch immer die Hochtechnologie in der italienischen Industrie, was ein Wachstumshemmnis ist.

Notwendig wären noch immer Strukturreformen beim Steuer- und beim Rentensystem.

2003 wurden von Berlusconi erste Reformgesetze zum Sozialsystem verabschiedet, die laut der Fachleute jedoch nicht ausreichen, um die Wirtschaft wieder dauerhaft wachsen zu lassen und die Staatsfinanzen zu sanieren.

Autor: guitar-_-me
Geschrieben am: 23.04.2006, 18:02 Uhr
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