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Ästhetik

Ästhetik (gr. aísthesis: sinnliche Wahrnehmung)

 

In der Wissenschaft bezeichnet Ästhetik die gesamte Kategorie von Eigenschaften, die darüber entscheiden, wie wir Objekte wahrnehmen, auch und insbesondere, ob wir sie als schön oder hässlich empfinden. Heute ist sie in erster Linie die Lehre vom Schönen, von den Gesetzmäßigkeiten und der Harmonie in Natur und Kunst. Bis zum 19. Jahrhundert wird Ästhetik häufig mit der Lehre von der Schönheit (Kallistik) gleichgesetzt

 

Schon in der Antike wurde über Schönheit und Kunst nachgedacht, ohne dass es bereits eine eigenständige Ästhetik gab.

 

Für Platon ist das Schöne das Naturschöne, in der die Idee der Schönheit zum Ausdruck komme. Als Paradigma der Schönheit gilt Platon in erster Linie die menschliche Gestalt. Kunst sei jedoch nur Nachahmung, Mimese der Wirklichkeit, wie diese bereits Mimese der Ideen und damit nach Idee und Natur drittrangig.

 

Aristoteles betrachtet die Kunst auch als Nachahmung, jedoch wertet er diese auf. Der Künstler soll die Dinge durch Nachahmung so gestalten, dass er dass vollkommnet, was die Natur nicht vollenden kann. In seiner Metaphysik definiert er das Schöne als Zusammenspiel von Ordnung, Gleichmaß und Begrenztheit

 

Immanuel Kant (1724-1804)

 

Im Mittelpunkt der ästhetischen Theorie Immanuel Kants, die in seiner Kritik der Urteilskraft (1790) vorgetragen wird, steht eine Analyse des ästhetischen Geschmacks. Für Kant werden Phänomene dann als schön empfunden, wenn sie zweckfrei sind und ein Lustgefühl erwecken, das unabhängig ist von einem bloß sinnlichen Genießen.

 

Kant belegte eine mögliche Philosophie des Schönen in der Kritik der reinen Vernunft noch mit dem Verdacht der Subjektivität und des Irrationalismus, doch in der Kritik der Urteilskraft überwand er seinen Pessimismus in Bezug auf die Möglichkeit einer „kritischen Beurteilung des Schönen unter Vernunftprinzipien”. Das Vermögen der Beurteilung des Schönen, die ästhetische Urteilskraft, rückt hier als vermittelndes, aber gleichberechtigtes Vermögen zwischen den theoretischen Verstand und die praktische Vernunft.

 

Analytik des Schönen

 

Kant beschreibt die Erfahrung des Schönen als freies Zusammenspiel von Sinnlichkeit und Verstand und für ihn sind ästhetische Urteile ein unabschließbarer Prozess zwischen Sinnlichkeit und Verstand, deren Zweck die  Sinnbildung auf Dauer ist.

 

Er definiert die Schönheit zusammenfassend als „das, was ohne Begriff allgemein gefällt” und als „Form der Zweckmäßigkeit eines Gegenstandes, sofern sie ohne Vorstellung eines Zwecks an ihm wahrgenommen wird”.

 

Das Wohlgefallen am Schönen ist mit der Qualität und Form der Empfindung verbunden.

 

Analytik des Erhabenen

 

Die Gleichzeitigkeit von Zerrüttung und Festigung der Ich-Identität ist ein zentraler Bestandteil dieser Theorie. Laut Kant kann man das Erhabene an formlosen und unbegrenzten Gegenständen finden.

 

Unser Wohlgefallen am Erhaben resultiert aus der Quantität. „Erhaben nennen wir, was schlechthin groß ist“ Unsere Einbildungskraft scheitert jedoch diese Anschauung in ein Bild zu bringen.

 

Der Kantsche Begriff des Erhabenen wurde von Jean-Francois Lyotard übernommen, welcher ihn zur Interpretation der Avantgardekunst nutzte.

 

 

 

Autor: phil007
Geschrieben am: 23.04.2007, 14:15 Uhr
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