Das Ende Napoleons
Nach längerem Zögern rief der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Jugend Anfang 1803 zum verdeckten Kampf gegen die Franzosen auf.
Preußen verbündete sich mit Russland und erklärte Frankreich im März 1813 den Krieg. Im August 1813 schloss sich das vorher zögerliche Österreich diesem Bündnis an. In der Zwischenzeit hatte Napoleon mit der Hilfe der Rheinbundstaaten ein neues Heer aufgestellt. Zunächst konnte er einige Vorteile erringen. Am 16.10.1813 begann die berühmte „Völkerschlacht“ bei Leipzig. Insgesamt 500 000 Soldaten standen sich gegenüber, und in den folgenden vier Tagen fanden bei dieser bisher größten Schlacht der Weltgeschichte über 100 000 Menschen den Tod. Im Verlaufe der Schlacht wechselten die wichtigsten Rheinbundstaaten wie Bayern, Sachsen und Württemberg die Seite und schlossen sich dem Bündnis gegen Napoleon an. Damit war das System Napoleons zerstört: Der Rheinbund zerbrach, Deutschland war befreit, und Napoleon blieb nur der geordnete Rückzug über den Rhein. Es kam allerdings zunächst zu politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verbündeten, so dass Napoleon noch einmal Hoffung schöpfen konnte. Doch Ende März 1814 rückten die Verbündeten in Paris ein, und am 6.4.1814 wurde der Kaiser der Franzosen von seinen Truppen zum Rücktritt gezwungen. Er erhielt die Insel Elba als Fürstentum und eine kleine Leibgarde von 800 Soldaten. Im Mai 1814 wurde Frankreich ein sehr günstiger Friedensschluss auferlegt, der den französischen Besitzstand von 1792 garantierte.
Als bei den Beratungen zur Neuordnung der europäischen Staatenwelt unter den Großmächten auf dem Wiener Kongress Anfang 1815 beträchtliche Spannungen auftraten, sah Napoleon seine allerletzte Chance gekommen und begab sich wieder nach Paris, wo er nach der Flucht des bereits eingesetzten Königs Ludwig XVIII. schnell ein Heer von über 120 000 Soldaten aufstellen konnte. Nach einigen anfänglichen Erfolgen wurde Napoleons Heer dann im Juni 1815 im belgischen Waterloo von den vereinigten Armeen des Briten Wellington und des Preußen Blücher vernichtet. Daraufhin zogen die Verbündeten ein zweites Mal in Paris ein. Dieses Mal musste Frankreich zahlreiche Gebiete abtreten, seine Festungen abrüsten und hohe Kriegsentschädigungen bezahlen. Napoleon wurde auf die über 1500 km von der afrikanischen Westküste entfernt gelegene britische Atlantikinsel St. Helena verbannt und starb hier 1821 im Alter von 52 Jahren.
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