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Australien

Australien liegt auf der Südhalbkugel, von Europa aus ziemlich genau am anderen Ende der Welt. Es ist ein riesiges Land mit weiten Wüsten und Steppen, einer aufregenden Tierwelt und dem größten Korallenriff der Welt.

ENDLOSE WEITE

Wer durch ganz Australien reisen will, der braucht vor allem viel Zeit. Denn schon um mit dem Auto von Küste zu Küste zu gelangen, sind mehrere Tage einzuplanen. „Down under”, so der Kosename für Australien, ist fast 20-mal größer als Deutschland. Wegen seiner gewaltigen Ausdehnung gilt es auch als eigener Erdteil. Oft wird Australien als „fünfter Kontinent” bezeichnet.

Groß ist auch die Hitze. Für Aufenthalte im Freien sind Sonnenmilch und Kopfbedeckung geradezu Pflicht, vor allem zwischen Dezember und Februar. Die starke Sonnenstrahlung ist sehr aggressiv, weil die schützende Ozonschicht über Australien dünn ist. Während wir in Europa oft weiße Weihnachten mit Schnee erleben, feiern die Australier zur Zeit der größten Hitze im Dezember heiße Weihnachten.

Wenn es dann zusätzlich wochenlang nicht regnet, steigt die Gefahr von Buschbränden. Das betrifft vor allem die Steppen sowie die Bergwälder der Great Dividing Range im Osten des Kontinents. Gerade in den letzten Jahren fielen große Waldbestände den Flammen zum Opfer. Neben der großen Hitze spielt dabei auch Brandstiftung eine Rolle.

Die weiten Wüsten mit ihren Salzseen im Landesinneren sind nicht so stark gefährdet, dort gibt es ohnehin nur sehr wenig Vegetation. Dafür ragt in dieser unendlich scheinenden Ödnis ein ganz besonderer Berg auf, der Ayers Rock. Für die Ureinwohner, die den roten Sandsteinberg Uluru nennen, gilt der 348 Meter hohe Koloss als heilig. Wer ihn umrunden will, muss etwa neun Kilometer zurücklegen.

Zum Staat Australien – offiziell heißt er „Australischer Bund” – gehören auch viele vorgelagerte Inseln. Die größte von ihnen ist Tasmanien südöstlich der Hauptinsel. Daneben existieren noch eine Reihe winziger Eilande, z. B. Christmas Island (Weihnachtsinsel). Diesen Namen erhielt sie, weil sie an Weihnachten 1643 erstmals von Europäern gesichtet wurde.

Gefährdung durch die Sonne
Die Sonneneinstrahlung ist so intensiv, dass sich viele Menschen nur bekleidet am Strand aufhalten oder mit einem T-Shirt ins Meer gehen.
 

KÄNGURUS, KOALAS UND KROKODILE

Die Tierwelt weist viele Besonderheiten auf. Australien ist die Heimat der Kängurus. Es wird geschätzt, dass rund 40 Millionen dieser Beuteltiere über die Insel hüpfen – das sind ungefähr doppelt so viele, wie es Menschen gibt. Kängurus leben von Natur aus nur in Australien und auf einigen benachbarten Inseln – sonst in keinem anderen Land der Erde. Dies trifft auch auf viele andere Tiere zu, darunter Koalas, Schnabeltiere, Emus oder Blauzungen (das sind große Echsen mit einer blauen Zunge).

Es gibt in Australien nicht nur harmlose, sondern auch eine Menge gefährlicher Lebewesen. Zu ihnen gehören zahlreiche giftige Spinnen- und Schlangenarten sowie Krokodile, die gelegentlich auch Menschen angreifen. Und im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Welt, tummeln sich neben mehr als 1 500 harmlosen Fischarten auch Haie.

Die weitaus meisten australischen Pflanzenarten kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor. Besonders Eukalyptusbäume sind weit verbreitet. Koalas ernähren sich von den Blättern und Blüten, entsprechend gerne turnen diese Tiere in den Eukalyptuswäldern im Osten des Landes herum. Im Nordosten wächst dichter Regenwald mit vielen Farnen und Bäumen, die auch im Winter nicht ihr Laub abwerfen. In den Steppen und Savannen hingegen herrschen Gras- und Buschland vor, nur vereinzelt gedeihen dort auch Bäume. Im Süden Australiens wachsen Bäume, deren Verwandte wir auch aus mitteleuropäischen Wäldern kennen: Kiefern, Buchen und Fichten.

Vor der Ostküste treiben manchmal so riesige Schwärme giftiger Quallen im Wasser, dass in Radio und Fernsehen vor dem Baden gewarnt wird. Da gibt es dann – ähnlich wie bei der Wettervorhersage – Hinweise, in welche Richtung die Tiere in den nächsten Tagen treiben werden.

„AUSSIES” GESTERN UND HEUTE

Bezogen auf die Landesfläche ist die Einwohnerzahl sehr gering. Ungefähr 20 Millionen Menschen wohnen in Australien, nicht einmal ein Viertel so viel wie in Deutschland. Etwa 90 Prozent der „Aussies”, wie sich die Australier nennen, wohnen in den wenigen großen Städten an den Küsten. Das auch als Outback bezeichnete Landesinnere ist dagegen weitgehend menschenleer.

Bekannteste und größte Stadt ist Sydney. Sie liegt im Südosten des Landes direkt am Meer. Dort steht auch ihr berühmtestes Gebäude: das in Form von Muschelschalen gestaltete Opernhaus. In Sydney fanden im Jahr 2000 die Olympischen Sommerspiele statt. Auch Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide sind Millionenstädte. Vergleichsweise klein ist dagegen die Hauptstadt Canberra, die sich etwa 250 Kilometer südwestlich von Sydney im bergigen Landesinneren befindet.

Die Vorfahren der meisten hellhäutigen Australier sind übrigens Briten. Das liegt daran, dass vor gut 200 Jahren englische Sträflinge hierher verfrachtet wurden. Man nutzte die riesige Insel einfach als Gefängnis, weil man ansonsten kein Interesse an dem kargen Land hatte. Englisch wurde zur offiziellen Sprache. Das australische Englisch verwendet viele eigene Wörter und Ausdrücke.

„Flying Doctors”
Wenn jemand im Outback ernsthaft erkrankt, kommen die Ärzte nicht mit dem Auto, sondern mit dem Flugzeug. Sie werden deshalb auch „Flying Doctors” genannt.
 

DAS LEBEN DER ABORIGINES

Australien war schon lange vor der Ankunft der ersten Europäer bewohnt. Die Aborigines genannten Ureinwohner kamen von Indonesien oder China auf die Insel. Die meisten Aborigines wurden von den weißen Siedlern brutal vertrieben oder getötet. Viele starben auch an den Krankheiten, die die britischen Siedler ins Land eingeschleppt hatten.

Früher siedelten die Ureinwohner in allen Teilen Australiens, heute lebt der Großteil im wüstenhaften Landesinneren. Das Verhältnis zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen hat sich zwar verbessert, von einer fairen Gleichstellung der Ureinwohner kann aber immer noch keine Rede sein. Die meisten Aborigines haben mittlerweile die Lebensgewohnheiten der Weißen angenommen. Einige sind aber noch wie ihre Vorfahren Jäger und Sammler, sie bemalen sich bei Festen am Körper und tanzen um einen Totempfahl. Die Musik stammt dann aus einem Didjeridu; diese langen Holzrohre erzeugen beim Hineinblasen dumpfe Töne.

Viele Aborigines pflegen die künstlerische Tradition ihrer Vorfahren und stellen nach den alten Vorbildern zahlreiche Gegenstände her. Dazu gehören bemalte Speere, Blasrohre und Bumerangs. Die Bumerangs wurden als Wurfwaffe verwendet, heute dienen sie als Sportgerät. Mit dem Verkauf dieser kleinen Kunstwerke verdienen sich die Aborigines etwas Geld.

VON SCHAFEN, DIAMANTEN UND WEINTRAUBEN

So viele Schafe wie in Australien gibt es nirgendwo sonst auf der Erde: Über 150 Millionen Tiere ziehen in riesigen Herden über das Land. Schafzüchter passen auf, dass die Schafe nicht von Dingos (Wildhunden) angegriffen werden. Um derartige Angriffe zu vermeiden, hat man an manchen Stellen kilometerlange Zäune errichtet.

Besondere wirtschaftliche Bedeutung für Australien haben neben der Tierhaltung auch Bodenschätze. Und davon gibt es jede Menge: Kohle, Eisenerz, Diamanten und Gold sind die wichtigsten Rohstoffe aus dem Erdinneren. Auch auf der Erdoberfläche wachsen wichtige Produkte, z. B. Weintrauben. Das warme und trockene Klima Australiens lässt einige Sorten gedeihen, die zu begehrten Weinen verarbeitet werden. Der schmeckt auch vielen Touristen, die ihren Urlaub in Australien verbringen – selbst wenn die Anreise sehr lange dauert.

Autor: lauramausi
Geschrieben am: 30.03.2007, 12:27 Uhr
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