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Erdbeben: Kalifornien

Erdbeben    Kalifornien

 

 

Die Erde besteht, wenn man es grob ausdrückt, aus einem Erdmantel, Erdkern, und aus einer Erdkruste. Die Folge, natürlicher Erschütterungen sind Erdbeben, die ihren Ursprung im Erdinneren haben. Es gibt verschiedene Arten von Bebe. Man teilt sie in tektonische Beben, vulkanische Beben und Einsturzbeben.

Am häufigsten, in etwa 90% aller Erdbeben, treten tektonische Beben auf. Sie erscheinen an Plattengrenzen, wo sich verschiedene Platten auseinander, aufeinander oder aneinander vorbei bewegen. Dann bauen sich gewaltige Spannungen innerhalb des Gesteins auf, wenn sich die Platten in ihrer Bewegung verhaken oder verkanten. Wenn die maximale Schubspannung der Gesteine überschritten wird, kommt es zum „Spannungsabau“. Dieses ist so gekennzeichnet, dass wenn die Spannung der Gesteine überschreiten wird, das entladen folgt und es zu ruckartige Bewegungen der Erdkruste kommt. Man beschreibt das Verfahren dann als tektonischen Beben. Die Energie, die dabei ausgelöst wird kann die einer Wasserstoffbombe um das Hundertfache überragen.

Durch das aneinander „vorbei gleiten“ zweier Platten können ebenso Erdbeben verursacht werden. Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist wohl die San- Andreas- Verwerfung. Dort bewegen sich die Platten mit einer Geschwindigkeit von etwa 6 cm/Jahr aneinander vorbei und produzieren dabei Spannungen, die sich in ständigen schwachen Erdbeben entladen und oft auch nur mit einem Seismographen zu erkennen sind. Diese Bewegung verläuft aber nicht überall gleich ab. In manchen Gebieten bzw. Bereichen des Grabens bewegen sich fast andauernd, im Gegensatz zu anderen, die sich verhaken und daher nur ab und zu ruckartig um mehrer Meter verschieben.

 

 

 

 

Mittwoch 18.April 1906 5:12 Uhr morgens. Die Erdekruste brach entlang einer von Süden nach Norden verlaufenden Nahtzone auf einer Länge von 1280 Kilometer. Die Breite des Bruchs war um die 500 Meter. Das Beben dauerte nicht länger als 42 Sekunden mit einer Stärke von rund 7,8. Doch alles was die Erdstöße nicht zu zerstören vermochten, wurde von dem Feuer vernichtet. 1908 waren „nur“ um die 478 Toten auf der Opferliste. Und dann Jahrzehnte danach sprach man immer noch von „nur“ 700 Toten. Jedoch heute ist man sich im Klaren, dass mehr als 3000 Menschen den Tod ins Auge sehen mussten. 400.000 Einwohner hatte San Francisco am 18.April 1906. Beinnahe zwei Drittel werden obdachlos und die meisten bleiben es zwei Jahre lang. Sie hausten in Zeltlagern am Stadtrand. Der Großteil der Metropole wurde aber nicht vom Beben, sondern von dem Feuer danach zerstört. Da die durch die Erdstößen geplatzten Gasleitungen, geborsten Öltanks  und umgestürzten Kamine ein viertägiges Feuer entfachten, dass trotz aller Feuerwehrmänner und dem Militär kaum zu löschen war, weil auch die Wasserleitungen demoliert waren. Das was übrig blieb ist eine riesige Rauchwolke über das, was einmal San Francisco war. Bei diesem Debakel haben sich die beiden Platten um  ca. 6 Meter verschoben, was verhältnismäßig viel ist.

 

 

Die heutige Einwohnerzahl beträgt in etwa 744 230 Menschen. Die Einwohner wissen, dass sich die Naturkatastrophe wiederholen wird, doch das Erschreckende ist, dass es ihnen als egal zu seien scheint.

 

 

Der Abschnitt der vor 100 Jahren in San Francisco gebrochen ist könnte jedoch noch einige Jahrzehnte standhalten, obwohl Wissenschaftler vor einer riesigen Entladung warnen. Gefährlicher sind andere Brüche, zum Beispiel die seit 138 Jahren unter Spannung stehende Hayward-Nahtzone, die mitten durch dicht besiedelte Wohngebiete und Geschäftsstraßen verläuft. Die „Spannungstheorie“ besagt nämlich: je länger die Ruhephase, desto größer die Gefahr. Aber selbst das stimmt nicht ganz, da der Untergrund Kaliforniens zu vielschichtig ist und die Spannung würde höchstwahrscheinlich auf die angrenzende Calaveras-Falte übergehen und die Erschütterung würde auch dementsprechend verstärkt werden, laut dem US- Geologen Robert Williams.

 

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass es in San Francisco in den nächsten 30 Jahren zu einem starken Beben kommt, sei doppelt so groß, als dass die Stadt verschont bleibt.

 

 

Es wurde auch eine neue Erdbebenlinie, die mitten durch Los Angeles geht, entdeckt. Wenn, der so genannte „Big One“, dort zuschlagen sollte, sind in etwa 18 000 Tote, 250 000 Verletzte und 700 000 Obdachlose zu erwarten. Wann „Big One“ kann man noch nicht sagen.

 

 

Also bleibt ein bangendes Warten.

Autor: jacquie2904
Geschrieben am: 08.03.2007, 14:49 Uhr
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