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- Inhalt und Analyse -
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Jasmin Schreiber, Juni und Juli 2005
.: Inhaltsverzeichnis :.
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Inhaltsverzeichnis bnbnbn
Inhalt bnbnbn
Aufbau und Formales bnbnbn
Intention bnbnbn
Eigene Stellungnahme bnbnbn
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Jasmin Schreiber, Juli 2005
.: Das Buch Ester :.
.: Inhalt :.
Das Buch Ester ist in vier Sinnabschnitte gegliedert, wobei sich diese in zehn Kapitel unterteilen:
- Ester wird persische Königin – Kap. 1-2
- Der Plan des Judenfeindes Haman – Kap. 3-5
- Haman wird entlarvt und hingerichtet – Kap. 6-7
- Rettung der Juden und Purimfest – Kap. 8-10
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Die ersten beiden Kapitel kann man als Einleitungskapitel sehen, in denen die wichtigsten Personen und Fakten vorgestellt werden, was die Basis für die eigene Handlung darstellt (Kap. 3-9).
Die Hauptpersonen sind König Ahaschwerosch, (d.i. Xerxes I., 485-465 v. Chr.), seine verstoßene Gemahlin Waschti, die jüdische Frau Ester, ihr Pflegevater und Onkel Mordechai und der Fürst und Judenhasser Haman.
König Ahaschwerosch verstößt seine Frau, da sie ihm nicht gehorsam genug war und begibt sich auf die Suche nach einer Ehefrau an Waschtis statt. So lässt er verschiedene Jungfrauen vor sich treten, darunter auch Ester, die er schließlich zur Frau nimmt. Mordechai redet auf sie ein, dass sie ihre Herkunft nicht verraten darf, da es aufgrund der Anfeindungen den Juden gegenüber sicherer war, diese zu verschweigen, was Ester dann auch tat.
Haman ist ein vom König über die anderen gestellter Fürst. Mordechai verweigerte ihm die Ehrerbietung, worauf dieser aus Zorn über dieses Verhalten den König dazu drängte, einen Beschluss zu erlassen, in dem bekannt gegeben wird, dass „man solle vertilgen, töten und umbringen alle Juden, Jung und Alt, Kinder und Frauen, auf einen tag, nämlich am dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und ihr Hab und Gut plündern“ (3, 13).
Esers Onkel hörte dies und bat Ester, den König zu beschwören diesen Erlass zurückzunehmen. Dies tat sie auch, aber da königliches Recht von niemandem mehr geändert werden durfte, konnte er nur erlassen, dass sich die Juden gegen ihre Feinde wehren sollten. Davor musste Haman Mordechai ehren, was seinen Groll verstärkt hatte und ihn dazu trieb, einen Galgen aufzubauen, an dem Esters Ziehvater erhängt werden sollte. Haman wird an den Galgen gehängt, jedoch stehen die Juden noch vor dem Tag, der ihre Vernichtung sein sollte.
Sie wehrten sich stark gegen die Feinde, besiegten sie „aber an die Güter legten sie ihre Hände nicht“ (9, 10). Ester erbat einen weiteren Rachetag, der ihr auch noch gewährt wurde. In Erinnerung an diese Überlegenheit der Juden setzte sie das Purimfest fest, an dem man sich gegenseitig beschenken und fasten soll und somit an dieses Geschehen gedenken kann.
.: Aufbau und Formales :.
Man kann dieses Buch in die Gattung der Prosaerzählungen (ebenso wie Rut) einordnen, da es nicht in Verse oder Psalmen gegliedert, sondern ein Fließtext ist. Man könnte es auch als aus vielen Einzeltexten aufgebaute Novelle sehen.
Das Geschehen spielt am persischen Hof in Susa, wobei sich jedoch kein historischer Hintergrund ersehen lässt. So kann man das Esterbuch praktisch als „historischen Roman“ sehen, welcher sich nicht konkret in die geschichtliche Situation einordnen lässt. Die allgemeine historische Situation stellt sich jedoch wie folgt dar:
Das jüdische Volk hat sich zerstreut und stößt in den fremden Gebieten, in denen es lebt, auf Ablehnung, was auf die fremden und für die anderen Menschen seltsam erscheinenden Bräuche und Sitten zurückzuführen ist. Dies führt sogar zu richtigen Verfolgungen des Volkes, wobei diese wohl auf den gerüchteweise angesprochenen Reichtum der Juden gezielt sind, sodass kann man als Motive Angst vor der Andersartigkeit dieses Volkes, daraus entstehendes Misstrauen und Habgier benennen kann. Diese ganze Lage des jüdischen Volkes tritt erst in der Zeit des Hellenismus ein, weshalb man das Esterbuch in das 2. oder 3. Jahrhundert v. Chr. in den Bereich der östlichen Diaspora einordnen kann.
Die Einheitlichkeit des Textes wurde in verschiedenen Weisen und Aspekten bezweifelt, was man z.B. im 9. Kapitel sehen kann, da dieses eher wie ein Anhang oder dergleichen wirkt, der irgendwann nach der Erzählung hinzugekommen sein könnte. Weiterhin stellt sich auch die Frage, ob man das Buch als kanonisch gelten lassen könne, da Ester und Mordechai zwar am Judentum sehr vorbildlich festhalten, jedoch fällt sehr stark auf, dass die Überlegenheit des Judentums extrem glorifiziert und fast schon aggressiv und beängstigend herrsch- und obrigkeitssüchtig dargestellt wird. Es stellen sich viele Fragen, so z.B. die, wieso in der Geschichte das geglückte Überleben nicht einfach als solches stehengelassen wird, sondern noch in einen grausamen und schrecklich blutigen Triumph über die Feinde gesteigert und sogar noch um einen Tag verlängert wird.
Vom rein psychologischen Aspekt her ist es nachvollziehbar, dass sich die Verfolgten, die unter so vielen Qualen gelitten haben, nach Vergeltung aus der eigenen Hand sehnen, man muss jedoch überdenken, inwieweit sich diese Haltung mit dem theologischen Standpunkt der Nächstenliebe, Gnade und Vergebung übereinstimmen lässt. Es findet sich nun mal keine Legitimation, wieso man dieses grausige Blutbad anrichten muss, welches den Werten und Traditionen der Jüdischen Lehre derart widerspricht und keinesfalls von irgendwelchen Tugenden zeugt. So soll das Judentum doch nicht nur militärisch, sondern in seiner Andersartigkeit und Philosophie etwas außergewöhnlich Besonderes sein, in einer Glorifizierung des eigenen Glaubens sollten doch eher Blickpunkte auf die eigene Lehre und Wahrheit gelegt werden und nicht auf die verzweifelte Grausamkeit und Rachelust eines Volkes fokussiert werden.
.: Intention :.
Die Intention des Esterbuches ist die Erklärung und Herleitung des jüdischen Purimfestes, welches 2 Tage dauert und an dem man sich gegenseitig beschenkt und fastet. Allerdings ist die Erzählung erst nachträglich zur Legende des Festes geworden, da das Purimfest schon davor vorgegeben war und wohl als eine Art Neujahrsfest im persischen oder mesopotamischen Raum vom Judentum übernommen wurde. Das Fest bekommt wie damals im AT das Erntefest eine historische Motivierung.
Weiterhin symbolisiert dieses Geschehen die unglaubliche Überlegenheit des jüdischen Volkes und stellt in extremer Art und Weise dar, wie die Feinde vor dem Volk ehrfürchtig erzittern sollen und die Juden hoch achten und ehren und fürchten sollen. So wird die Verweigerung der Proskynese dokumentiert, also die Verweigerung der Ehrerbietung vor einem Höhergestellten bzw. Herrscher, nicht jedoch eine Tugend wie den Gehorsam gegenüber des ersten Gebotes, selbst wenn das eigene Leben in Gefahr ist.
So bekommt der Text einen leicht revolutionären und obrigkeitswiderstehenden „Touch“, was man auch an der Auflehnung Waschtis gegenüber dem König sehen kann.
.: Eigene Stellungnahme :.
Ich sehe in dem Buch Ester viele Gegensätze aufeinanderprallen, alles basierend auf der Frage, inwieweit man jemandem gehorchen soll und ab wann nur noch der eigene Wille zählt.
Meiner Meinung nach liefert der Vorfall mit Waschti wieder eine Begründungsbasis für frauenverachtende und –unterdrückende Meinungen und Handlungen, da die Formulierungen sehr radikal und unmissverständlich gebraucht werden:
„[…] dass ein jeder Mann der Herr in seinem Hause sei“ (1,22).
Waschti lehnte sich gegen die Bevormundung durch ihren Mann und gegen das Zur-Schau-Stellen ihrer eigenen Peron auf, sie sehnt sich nach freiem Willen und Selbstbestimmung. Der König fürchtet dann jedoch eine ganze emanzipierte Bewegung und sorgt sich auch um sein Ansehen, weswegen er im ganzen Land verkünden lässt, dass ein jeder Mann das Bestimmungsrecht über seine Frau hat und während er gleichzeitig seine Ehefrau Waschti verstößt.
Weiterhin missfällt mir auch die betonte Grausamkeit des jüdischen Volkes nach der Bekanntgabe, dass es sich gegen die Angreifer wehren darf. Ich finde, es hätte die Besonderheit besser ausgedrückt werden können, nicht durch militärischen Sieg oder durch dieses Furchteinflößen, sondern eher durch die intellektuellen und ideologischen Tugenden und Stärken. So gewinnt das Volk keine Sympathie beim Leser sondern fördert nur Missgunst und Antipathie. Vor allem Ester, vorher noch freundlich und gnädig, fordert einen weiteren Tag, an dem sie die Juden Rache nehmen lassen mag.
Diese ganzen Aspekte gefallen mir nicht, den Rest habe ich schon im Aufbau und in der Intention geschildert.
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