|
Amphitheater von El-Djem
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1979 |
| Erläuterung: |
El-Djem, dem Thysdrus der Römer, mit seinem grandiosen Amphitheater sollte jeder Tunesien-Reisende einen Besuch abstatten. Das zu Zeiten Cäsars gegründete Thysdrus wurde im 3. Jahrhundert n.Chr. zu einer der blühendsten Städte Nordafrikas, die vor allem von Olivenanbau lebte. Im Jahr 238 n.Chr. wurde der Prokonsul Gordian hier zum römischen Kaiser ausgerufen: er gilt auch als Erbauer des berühmten Amphitheaters, das in seinen Ausmaßen dem römischen Kolosseum kaum nachsteht, aber vermutlich nie vollendet wurde.
Das Theater konnte etwa 35.000 Menschen fassen (Kolosseum: 50.000). Es mißt etwa 148 x 122 m (Kolosseum: 186 x 156 m); die eigentliche Arena ist 65 m lang und 37 m breit (Kolosseum: 78 x 48m).
Das Amphitheater blieb bis zum Ende des 17. Jahrhunderts fast unversehrt; dann wurde es als Steinbruch für den Bau des Ortes El-Djem benutzt. Heute ist es von einem recht armseligen Ort umgeben und wirkt dadurch nur um so eindrucksvoller.
|
| Bild: |
 |
Ruinen von Karthago
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1979 |
| Erläuterung: |
Karthago (römische Namensform; griech. Name: ?a???d?? = Karchedon) ist eine (der Legende nach von Königin Dido) 814 v. Chr. von den Phöniziern an der Maghreb-Küste mit dem Namen Qart Hadašt "Neue Stadt" gegründete Stadt, die im heutigen Tunesien liegt. Karthago wuchs rasch zur bedeutendsten phönizischen Stadt und zum wichtigsten Seehafen und Handelszentrum des Mittelmeerraumes an.
Karthago war in erster Linie Seenation. Herodot berichtet, Karthager sollen sogar im Auftrag des ägyptischen Pharaos Necho (um 600 v. Chr.) um Afrika herumgesegelt sein. Der karthagische Admiral Hanno segelte im 6. Jahrhundert v. Chr. bis in das äquatoriale Afrika, gründete Kolonien in Marokko und hinterließ einen detaillierten Reisebericht, in dem erstmals Gorillas erwähnt sind. Der Karthager Himilkon segelte um 480 nach Britannien. Die karthagische Kriegsflotte beherrschte das westliche Mittelmeer. Die Römer fürchteten die schnellen, seetüchtigen und gut bewaffneten karthagischen Kriegsschiffe, die die Griechen Penteren und die Römer Quinquiremen nannten. Erst als eine karthagische Flotte vor Italien strandete, konnten die Römer durch Nachbau der karthagischen Schiffe technologisch gleichziehen. Da die Römer zugleich die Schiffe mit Enterbrücken ausrüsteten und mit Fußsoldaten bemannten, waren sie im Kampf den Karthagern dann sogar überlegen.
Karthago wurde 146 v. Chr. zerstört, bald aber von den Römern wieder aufgebaut - die geographische Lage war viel zu vorteilhaft, um sie brach liegen zu lassen. So wuchs Karthago auch als römische Stadt zu erheblicher Bedeutung heran. Auch das römische Karthago war wieder Handels- und Militärzentrum, insbesondere für die römische Flotte. Recht früh für die Verhältnisse des römischen Reiches entstand in Karthago eine umfangreiche christliche Gemeinde. Karthago wurde Bischofssitz. Der Heilige Augustinus von Hippo wurde hier erzogen. Karthago erlebte eine Glanzzeit und war nach Rom die größte Stadt des römischen Westens.
Im Jahre 439 wurde die Stadt von den Vandalen erobert, die 429 von Spanien nach Afrika übergesetzt hatten und schließlich die römische Provinz Afrika erobern konnten. Karthago blieb während des 5. und 6. Jahrhunderts Hauptstadt des Vandalenreiches, bevor es 533 n.Chr. vom Oströmischen Reich unter Kaiser Justinian I. zurückerobert wurde. In der Folgezeit war es Sitz eines oströmischen Gouverneurs und Sitz der Verwaltung für das byzantinische Nordafrika (etwa das heutige Tunesien). Von hier aus machte sich Herakleos auf, um Kaiser zu werden. In der Zeit der persischen Eroberungskriege, wurde eine Zeitlang sogar ernsthaft überlegt, die Regierung des Reiches dorthin zu verlegen. Es blieb bis 697 byzantinisch, wurde dann aber von den Arabern erobert und bald darauf endgültig aufgegeben.
|
| Bild: |
 |
Altstadt von Tunis
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1979 |
| Erläuterung: |
In der Medina, der Altstadt von Tunis, verschmolzen unter islamischem Vorzeichen viele kulturelle Traditionen: die von Berbern, Arabern, Türken und spanischen Muslimen. Aber auch jüdische Händler und christliche Seefahrer hinterliessen ihre Spuren. Vom 12. bis 16. Jahrhundert galt Tunis als eine der grössten und reichsten Städte der islamischen Welt. Paläste, Moscheen, Mausoleen, Wohnhäuser, Märkte unter Arkaden, insgesamt etwa 700 Monumente zeugen noch heute von einer grossen Vergangenheit. Das bedeutendste Bauwerk ist die zentral gelegene Zitouna (Ölbaum) Moschee. Sie wurde im 8. Jh. von arabischen Eroberern gegründet, die Säulen der Gebetshalle stammen aus dem antiken Karthago.
Der muslimische Fastenmonat wird hier strikt eingehalten. Niemanden sieht man tagsüber essen, trinken oder rauchen, das Leben verläuft sehr verhalten, die Gassen sind leerer als sonst und geben den Blick frei auf die Architektur der Medina. Im Ramadan spielt das Leben nachts. Sobald nach Sonnenuntergang das Fastengebot gebrochen werden darf, kommt in den Familien ein üpiges Abendessen auf den Tisch. Danach ziehen die Menschen hinaus in die Gassen, schlendern durch den Basar und treffen sich in den Cafes rings um die Zitouna-Moschee.
Heute ist die Medina die größte erhaltene Altstadt im Norden Afrikas.
|
| Bild: |
 |
Nationalpark Ichkeul
| Art: |
Naturdenkmal |
| seit: |
1980 |
| Bemerkung: |
Die Errichtung von Staudämmen hat zur Austrocknung der Feuchtgebiete des Parks geführt. Hierdurch werden Pflanzen- und Vogelwelt gefährdet. Die Naturerbestätte ist deshalb seit 1996 auf der Liste des bedrohten Welterbes verzeichnet. |
Punische Stadt Kerkuan und ihre Totenstadt
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1985 |
Altstadt von Sousse
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1988 |
| Erläuterung: |
Ein jeder, der in dieser Region einst nach Macht strebte, buhlte um sie: die tunesische Hafenstadt Sousse im Sahel. In ihrer fast dreitausendjährigen Geschichte gehörte sie allen einmal - Phöniziern, Römern, Byzantiniern, Arabern, Türken und Europäern.
Ihr jetziges Gesicht erhielt sie im 9. Jahrhundert, als sie im Auftrag des Herrschers von Bagdad zum Islam bekehrt wurde. Die dazu abgesandte Dynastie der Aghlabiden baute eine prächtige Moschee, eine befestigte Zitadelle und ein imposantes Wehrkloster, in dem sich Rittermönche auf den Märtyrertod vorbereiteten.
Heute ist die arabische Altstadt tadellos restauriert. Neben der Stadtmauer sind auch die islamischen Wehrbauten fast vollständig erhalten. |
| Bild: |
 |
Altstadt von Kairouan
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1988 |
| Erläuterung: |
Sie ist die vierte heilige Stätte des Islams nach Mekka, Medina und Jerusalem. Denn hier, als die Araber einst nach Afrika vordrangen, rammte der Herrführer Oqba ibn Nafi seinen Speer in den unwirtlichen Stepppenboden und gründete die erste arabische Stadt Afrikas.
Kaum zwei Stunden entfernt von der kleinen Stadt sonnen sich am Strand Tunesiens Heerscharen von Touristen. Aber nahezu unbemerkt von all dem Trubel trotzt Kairouan der Moderne. Hier lebt man im Rhythmus des Islams. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein in den verwinkelten Souks, im Labyrinth der Gassen und Gänge.
Mehrmals täglich kann man dort das Konzert unzähliger Muezzine von den über 100 Minaretten tönen hören: der Klang eines intakten, arabisch-islamischen Altstadtensembles. |
| Bild: |
 |
Ruinen der antiken Stadt Dougga/Thugga
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
1997 |
| Bild: |
 |
|